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Camp + Aktionen 2013

hier ein kurzer Bericht von den Aktionen im August letzten Jahres,

und weiter unten ein Text, mit dem Camp und Aktionen 2013  auf der Seite des COMM e.V. angekündigt wurden.

 

Die lange geplante und vorbereitete Aktion „Blockade aller Tore des Fliegerhorstes Büchelhat am
vorvergangenen Wochenende erfolgreich stattgefunden. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, 
wie sich das regional und deutschlandweit auswirkt. Und auch international fanden wir Beachtung, 
sind die Aktionsgruppen und ihre Kampagnen ja miteinander vernetzt.

Am Sonntag, 11. 8., um 5 vor 12 (aktueller Stand der Atomkriegsuhr) begann die 24-Stunden-Blockade 
mit dem Konzert der Lebenslaute als gemeinsamem Auftakt auf dem Kreisverkehr vor dem Haupttor des 
Flugplatzes der deutschen „Luftwaffe“, auf dem die letzten 20 US-Atombomben auf deutschem Boden lagern. 
Kurz danach verteilten sich die Aktivist_innen auf die anderen Tore, so dass dann
alle Zufahrten (Haupttor, Lutzerather Tor, Tore 1 bis 7) blockiert waren.

Bundeswehr und Polizei waren so schlau, nicht zu eskalieren, wobei für Erstere dies vermutlich als 
Anweisung aus Berlin kam, die nicht alle Soldaten verinnerlicht hatten... ;-)
Trotzdem ging ihre Strategie auf, möglichst „wenig Aufsehen“ zu erregen, was sich dann auch in der 
überregionalen Medienresonanz niederschlug. Darauf waren wir vorbereitet, weswegen unsere Enttäuschung 
darüber nicht sehr groß ist. Trotzdem ist es eigentlich schwer verständlich, dass das Thema so wenig zu 
interessieren scheint, denn die reale Atomkriegsgefahr ist nicht geringer als Anfang der Achtziger Jahre, 
als Hunderttausende auf die Straße gingen... 
Dazu kommen weitere Aspekte, mit denen dieser Standort verknüpft ist wie Kriegseinsatz in Afghanistan und 
Verschwendung von Milliarden öffentlicher Gelder für die sog. Modernisierung der dort gelagerten
Atombomben.

Das Nicht-Eskalieren sah so aus, dass alle Blockaden bis zum von uns bestimmten Schluss am Montagmittag 
geduldet und in Ruhe gelassen wurden, außer folgendem Ereignis am frühen Montagmorgen an Tor 6, einer 
kleinen, schwer zugänglichen Fußgängerpforte, von den dortigen Blockierer_innen Katzenklappe“ genannt. 
Da normalerweiseweise an die 2.000 zivile Arbeitnehmer_innen und Militärangehörige morgens mit ihren 
Autos zu ihrer Arbeit wollen, hatten wir es für nicht so wahrscheinlich gehalten, dass sie dieses Tor 6 
benutzen würden. Aber allen Zivilist_innen wurde frei gegeben, Lieferant_innen waren für den Tag abbestellt, 
und die rund 200 Soldat_innen, die auf das Gelände sollten, wurden unter Polizeischutz“ in Bundeswehr-
Reisebussen zur Katzenklappe gebracht. Dabei wurden die anwesenden Blockierer_innen von einer
Polizei-Spezialeinheit umstellt, während die Soldat_innen im Gänsemarsch“ über die Leitplanke hüpften, die 
Straßenböschung herunter und durch die sich nur einen Spalt weit zu öffnende, wohl weil sehr lange nicht 
benutzte Gartenzaunpforte liefen, um auf der anderen Seite in bereitstehende Kleinbusse zu steigen.

Das ganze Manöver diente sicher auch Übungszwecken und der Intensivierung der Zusammenarbeit von 
Polizei und Militär. Schon 2008 und dieses Jahr wieder waren die auswärtigen Polizeieinheiten auf 
Bundeswehrgelände untergebracht, und in dem Konvoi aus 4 Bw-Reisebussen saß die Polizei-Sondereinheit 
im ersten. Darüberhinaus konnten wir Unregelmäßigkeiten“ bei unserem Telefon- und mobilen 
Internetverkehr feststellen, z. B. fielen kurz vor dem Eintreffen der Busse an Tor 6 die Handies der dortigen 
Blockierer_innen aus...

Trotzdem war die Aktion aus unserer Sicht ein Erfolg. Roland Blach, Sprecher der Kampagne 
„atomwaffenfrei.jetzt“ formulierte das so:Es war die größte Blockade gegen Atomwaffen in Deutschland seit den 80ern.
Es war die größte Blockadeaktion der Friedensbewegung seit den 80er
Jahren ohne konkreten Anlass (z.B. Golfkrieg).
Es war die zweitgrößte Aktion in Büchel überhaupt!
Und zugleich die größte Daueraktion in Büchel, 24 Stunden am Stück,
davor die Fastenaktion…“

Ein Erfolg war es aber außerdem, weil diese ambitionierte Veranstaltung, nämlich Aktionen Zivilen 
Ungehorsams mit Musik- und Kulturprogramm an etlichen Aktionsorten gleichzeitig, weitgehend so geklappt 
hat wie geplant. Dazu haben außer den „Haupt- und Ehrenamtlichen“ aus dem Kampagnenrat viele engagierte 
und erfahrene Leute aus den verschiedenen Arbeitsbereichen des Netzwerks „ZUGABe“ 
(Ziviler Ungehorsam, Gewaltfreie Aktion, Bewegung) beigetragen, die dafür einen Teil ihrer Ferien bzw.
ihres Urlaubs „geopfert“ haben. Wir hatten am 5. 8. begonnen, das Camp aufzubauen, und am 14. 8. abends 
waren wir fertig mit dem Abbau. Dafür an dieser Stelle nochmal allen vielen Dank! 
Außer weiteren Engagierten aus der Region und lokalen Friedensgruppen haben zum guten Gelingen 
beigetragen die „Lebenslaute“, die als erfahrene Blockadegruppe das zweitwichtigste Tor in angemessener 
Gruppenstärke blockierte, die diversen Musiker_innen, die ohne Gage auf der Bühne bzw. in der Blockade 
am Haupttor auftraten und teilweise auch „auf Tournee“ zu den anderen Blockaden gingen, und nicht zuletzt 
das niederländische Kochkollektiv Rampenplan“, von dem das Camp und die Blockaden zuverlässig mit 
gewohnt leckerem veganem Essen versorgt wurden.
Und nicht zu vergessen sind die mehreren Hundert Aktivist_innen, die teilweise die ganze Zeit in den 
Blockaden unter freiem Himmel aushielten.
Tausend Dank, und auf Wiedersehen! Es gibt weiter viel zu tun...

Hier gehts zum Pressespiegel, zusammengestellt von der Pressesprecherin der IPPNW.
Die Links zu Kurzfilmen wie z. B. dem wie gewohnt sehenswerten von graswurzel-tv auf Seite 7.

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ATOMWAFFEN WEG AUS BÜCHEL
für das Verbot und die Vernichtung aller Atomwaffen weltweit

 

Blockadeaktion an allen Toren des „Fliegerhorstes Büchel“

Am 11. und 12. August, kurz nach den Jahrestagen der Atombombenabwürfe auf Hiroshima (6. Aug.) und Nagasaki (9. Aug.) und kurz vor der Bundestagswahl (voraussichtlich 22. September), soll mit einer großen bunten und gewaltfreien Blockade-Aktion an allen Toren des „Fliegerhorstes Büchel“ auf das dort praktizierte Unrecht hingewiesen werden und Druck auf die Politiker_innen erzeugt werden, endlich für den Abzug der in Büchel liegenden letzten Atombomben in Deutschland zu sorgen.

atomwaffenfrei.jetzt

Ein Trägerkreis aus 50 mehr oder weniger großen und bekannten Organisationen und Initiativen, darunter z. B. IPPNW, DFG-VK und GAAA, bereitet im Rahmen der Kampagne atomwaffenfrei.jetzt diese Aktionstage vor, nachdem alle Anstrengungen, z. B. durch Öffenlichkeitsarbeit und Aufklärung von Bundestagsabgeordneten, in den Jahren zuvor zwar mal nah heran, aber dann doch nicht zum Ziel geführt haben. Nah dran waren wir, als 2009 die jetzige Bundesregierung im Koalitionsvertrag vereinbarte, sich dafür einzusetzen, „dass die in Deutschland verbliebenen Atomwaffen abgezogen werden.“ und 2010 der Bundestag mit großer Mehrheit die Regierung aufforderte, nicht nur für den Abzug aus Deutschland zu sorgen, sondern sich auch „für eine vollständige nukleare Abrüstung“ und „für eine Nuklearwaffenkonvention zur Ächtung der Atomwaffen“ einzusetzen. Wenn es daraufhin überhaupt ernsthafte Versuche gegeben hat, waren die aber wohl eher zögerlich und hatten einen entscheidenden Fehler: Es sollte im „Einvernehmen mit den Bündnispartnern“ geschehen. Aber im selben Jahr beschloss die NATO bei ihrem Gipfeltreffen in Lissabon 2010 u. a., an „Atomwaffen als absolute Notwendigkeit“ festzuhalten und die US-Atombomben in Europa nicht abzuziehen, sondern für viele Milliarden Euro und Dollar zu modernisieren. Das ist in Zeiten massiven Sozialabbaus wegen „leerer Staatskassen“ ein zusätzlicher Irrsinn…

Postkarte Büchel 2013

Diese Postkarte und anderes Material online bestellen

Obwohl sie sich im Atomwaffensperrvertrag (auch Nichtverbreitungsvertrag NVV genannt, englisch Non-Proliferation Treaty, NPT) zu atomarer Abrüstung unter internationaler Kontrolle verpflichtet haben, will keine der sog. Atommächte den Anfang machen. Seit Jahrzehnten gibt es keine Abrüstungsbemühungen, und die Zahl der Atommächte hat sich seit Inkrafttreten des Vertrages verdoppelt! Deutschland ist keine Atommacht in dem Sinne und könnte problemlos auf die mehrfach illegale „Nukleare Teilhabe“ in der NATO verzichten. Wenn die deutsche Regierung Ernst machen würde und für den Abzug der US-Atombomben sorgen würde, wäre das mehr als nur ein Signal. Es könnte eine kleine Kettenreaktion auslösen…

Mittlerweile sind die Vorbereitungen für die Aktionstage fortgeschritten, und Einzelheiten zum Planungsstand und darüber, welche Musiker_innen bis jetzt schon zugesagt haben, gibt es auf dieser Seite der Kampagnen-Homepage.

Das Camp werden wir am 5. 8. beginnen aufzubauen, und es sind größere Zelte für Veranstaltungen geplant und kleinere Universalzelte für verschiedene Verwendungszwecke wie Material- u. Bastelzelt, Sanizelt, Waschzelt sowie für „Sammelunterkünfte“ (f, m, mixed) für Leute, die ohne eigenes Zelt anreisen. Einen Bereich für Wohnmobile wird es auch geben, dazu mehr unten.
Für das leibliche Wohl sorgt einerseits das niederländische Kochkollektiv Rampenplan, das schon seit vielen Jahren auch sehr große Camps und Aktionen mit leckerem vegetarisch/veganem Essen aus regionalen Bio-Zutaten versorgt.
Für „die andere Seite der Nahrungskette“ 😉 haben wir Trenntoiletten, die ganz ohne Wasser und Chemie auskommen. Dazu mehr auf dem Camp…
Das Camp soll so wie die ganze Aktion ein Gemeinschaftsprojekt sein. Natürlich organisieren schon eine Menge Leute im Voraus, und es ist unvermeidlich, dass dabei Vorgaben entstehen. Aber wir wollen möglichst gleichberechtigt, hierarchiearm unser Zusammenleben dort gemeinsam gestalten und so ein bisschen unseres Traums von einer „besseren Welt“ wahr werden lassen. Dazu wird es eine tägliche Vollversammlung (Plenum) geben, in der basisdemokratisch Entscheidungen getroffen werden. Wie das – auch in sehr großen Gruppen – funktioniert, wird in Workshops auf dem Camp erklärt. Außerdem wird es Trainings in Gewaltfreier Aktion geben, Informationen zu den möglichen rechtlichen Folgen von Aktionen Zivilen Ungehorsams und natürlich Informationen zum Thema Atomwaffen und was damit zusammenhängt…
Gemeinsam gestalten heißt auch Beteiligung an anfallenden Arbeiten wie Gemüse schnippeln, Abwaschen, Schilder u. Transparente malen usw. Und es heißt auch, dass wir Euch um Beteiligung an den Kosten bitten. Wir werden einen „Richtwert“ ausrechnen und bekanntgeben, aber es wird nicht kontrolliert werden, dass jede_r bezahlt. Keine_r soll wegen Geldmangel ausgeschlossen werden, dafür zahlen andere freiwillig mehr.

Das alles hinzuschaffen und aufzubauen macht auch eine Menge Arbeit, die noch mehr Spaß macht, wenn so viele mithelfen, dass das nicht in Arbeit ausartet. Wer Lust und Zeit hat, schon ab dem 5.8. mitzuhelfen, ist herzlich willkommen. Damit wir besser planen können, kündige Dich bitte über die Kampagnenseite „Unterstütze das Friedenscamp“ oder gleich bei Info@COMM-eV.de an.

Finanzielle Unterstützung können wir auch noch gut gebrauchen. Wer schon jetzt etwas zur Deckung der Kosten beitragen will, kann das hier zugunsten der gesamten Kampagne oder per Überweisung direkt an uns: Spenden auf das Konto 2030420440 bei der GLS-Bank, BLZ 43060967, mit dem Vermerk „Büchel“ werden ausschließlich für die Durchführung des Camps und der Aktionen im August in Büchel verwendet. (Mehr zu Spenden an den COMM e.V. hier.)

Wenn Du Dir den „Fliegerhorst“ von oben ansehen oder wissen willst, wo das Camp und die Kundgebung und die Aktionen sein werden, kannst Du Dir die Details auf dieser Karte ansehen.

Büchel 2013 auf einer größeren Karte anzeigen

(Eine Bemerkung zu Google maps: Ich hätte hier lieber eine OpenStreetMap-Karte präsentiert und mit Google zu arbeiten vermieden, aber leider ist Google maps viel einfacher zu bedienen, oder ich bin zu doof oder zu ungeduldig, um so eine Karte mit OSM zu erstellen… :-( )

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